Ratgeber

Kosten von Sondernummern: 0800, 0180, 0900 und Co. im Preischeck

0800 ist kostenlos, 0180 hat feste Preisobergrenzen, 0900 darf maximal 3 Euro pro Minute kosten. Für viele Sondernummern muss vor der Verbindung eine Preisansage laufen.

Redaktion Telefonbuch.netAktualisiert 08.10.2026
Kosten von Sondernummern: 0800, 0180, 0900 und Co. im Preischeck

Servicehotlines, Gewinnspiele, Auskunftsdienste: Hinter vielen Geschäftsnummern stecken Sondernummern mit eigenen Preisregeln. Manche kosten nichts, andere können schnell teuer werden. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Obergrenzen gelten und wie du dich vor Kostenfallen schützt.

Woran du Sondernummern erkennst

Sondernummern beginnen nicht mit einer normalen Ortsvorwahl, sondern mit besonderen Kennungen. Die wichtigsten findest du in der folgenden Übersicht. Zu jeder Nummer gibt es eine ausführliche Seite in unserem Nachschlagewerk.

Beginn Dienst Kosten-Grundregel
0800 Kostenfreie Servicenummer Für Anrufer kostenlos
0180 Service-Dienste Preisobergrenzen für Festnetz und Mobilfunk
0137 Massenverkehrsdienste (Votings, Gewinnspiele) Je nach Endziffer, Preisansage Pflicht
0900 Premium-Dienste Höchstens 3 Euro pro Minute
0700 Persönliche Rufnummern Preisobergrenze pro Minute
032 Nationale Teilnehmerrufnummern Preisobergrenze pro Minute
118xy Auskunftsdienste Preisansage Pflicht

Die Preisgrenzen im Detail

Die folgenden Angaben stammen von der Bundesnetzagentur und der Verbraucherzentrale. Sie können sich ändern, prüfe den aktuellen Stand deshalb im Zweifel bei den Quellen am Ende des Textes.

  • 0800: Anrufe müssen für den Anrufer kostenlos sein.
  • 0180: Seit dem 1. Dezember 2021 gelten laut Bundesnetzagentur einheitliche Preise aus Festnetz und Mobilfunk – je nach Tarifstufe höchstens 14 Cent pro Minute oder 20 Cent pro Anruf. Es gibt die Tarifstufen 01801 bis 01805, bundesweit einheitlich.
  • 0900 und Kurzwahldienste: Höchstens 3 Euro pro Minute, Abrechnung höchstens in 60-Sekunden-Takten. Bei zeitunabhängigen Diensten liegt die Obergrenze bei 30 Euro pro Verbindung.
  • 032 und 0700: Nach Angaben der Bundesnetzagentur höchstens 0,09 Euro pro Minute.
  • Auskunftsdienste 118xy: Auch hier gilt die Obergrenze von 3 Euro pro Minute. Viele Auskunftsdienste nennen den Preis in der Preisansage.

Außerdem gilt: Premium-Verbindungen müssen nach einer Stunde beendet werden, wenn keine besondere Zustimmung per PIN vorliegt.

Preisansage und Preisanzeige

Die Preisanzeige bedeutet, dass bei Werbung der Höchstpreis brutto deutlich lesbar in der Nähe der Nummer stehen muss. Die Preisansage ist die Ansage zu Beginn des Anrufs. Sie ist laut Verbraucherzentrale Pflicht bei 0900, 118xy, 0137 und 010xy sowie bei Kurzwahl-Sprachdiensten ab 2 Euro pro Minute oder Anruf. Zwischen Ansage und kostenpflichtiger Verbindung müssen drei Sekunden liegen, damit du ohne Kosten auflegen kannst. Bei 0137 kann die Ansage auch nach der Nutzung kommen, wenn der Preis höchstens 1 Euro beträgt.

Was bei fehlender Preisangabe passiert

Nach § 116 TKG musst du nicht zahlen, wenn die Preisansage oder die Preisanzeige gefehlt hat, die Preisobergrenze überschritten wurde oder die Verbindung nicht rechtzeitig beendet wurde. Das ist ein wichtiges Argument, wenn du eine Rechnung beanstanden möchtest.

Festnetz oder Mobilfunk: Warum die Preise unterschiedlich sind

Bei 0180-Nummern gelten für Mobilfunk höhere Obergrenzen als für das Festnetz. Bei anderen Nummern kann dein Mobilfunktarif Sondernummern aus der Flatrate ausnehmen. Prüfe deshalb in deinem Vertrag, was für Sondernummern gilt, bevor du lange mit einer Hotline telefonierst. Alternativ bieten viele Unternehmen eine zweite Nummer mit normaler Vorwahl an. Ein Blick in das Impressum oder auf die Kontaktseite lohnt sich.

So vermeidest du Kostenfallen: Schritt für Schritt

  1. Vor dem Anruf Nummer prüfen: Beginnt sie mit 0900, 0137, 118 oder einer kurzen Kurzwahl?
  2. Preis suchen: In der Werbung muss der Höchstpreis in der Nähe der Nummer stehen. Fehlt er, ist das ein schlechtes Zeichen.
  3. Preisansage abwarten: Höre sie in Ruhe an. Willst du nicht zahlen, lege auf.
  4. Anruf nicht unnötig verlängern: Bei Hotlines mit Warteschleife lohnt sich ein Rückruf zu einem günstigeren Zeitpunkt oder eine Kontaktaufnahme per E-Mail.
  5. Rechnung prüfen: Kontrolliere den Einzelverbindungsnachweis auf unbekannte Posten.

Beispielrechnung zur Einordnung

Die folgenden Rechnungen sind rein fiktive Rechenbeispiele und zeigen, wie die Obergrenzen wirken. Ein Telefonat von zehn Minuten bei einer 0900-Nummer mit einem Preis von 2 Euro pro Minute würde 20 Euro kosten, die Obergrenze von 3 Euro pro Minute würde nach zehn Minuten bei maximal 30 Euro liegen. Eine Hotline mit 0180-Nummer kostet dagegen nach den genannten Obergrenzen höchstens 14 Cent je Minute – seit Dezember 2021 aus Festnetz und Handy gleich. Bei längeren Warteschleifen summiert sich das trotzdem spürbar.

Viele Hotline-Betreiber stellen deshalb zusätzlich eine normale Ortsnetznummer oder eine Servicenummer mit 0800 bereit. Wer lange Beratungsgespräche erwartet, wählt besser diese Nummer oder schreibt eine E-Mail. Bei Behörden, Banken und Versicherungen findest du alternative Nummern häufig im Kontaktbereich der Webseite oder auf dem Briefpapier.

Kurzwahlnummern und SMS

Neben Rufnummern gibt es kurze Nummern mit fünf oder sechs Ziffern, über die Dienste per Anruf oder SMS abgerechnet werden, zum Beispiel für Abstimmungen oder Spenden. Auch dafür gelten Preisangaben und Höchstgrenzen. Schicke nie SMS an Kurzwahlnummern, deren Preis du nicht kennst. Bei Abos über Kurzwahl-SMS kannst du dich an deinen Mobilfunkanbieter wenden und eine Drittanbietersperre einrichten lassen. Viele Anbieter bieten diese Sperre kostenlos an, frage vorab nach.

Häufige Missverständnisse

"0800 ist auch aus dem Ausland gratis." Nicht unbedingt. Die Kostenfreiheit gilt für Anrufe aus Deutschland. Aus dem Ausland sind 0800-Nummern oft gar nicht erreichbar, oder es entstehen Auslandskosten.

"Eine Flatrate deckt alle Nummern ab." Die meisten Flatrates beziehen sich auf Festnetz- und Mobilfunknummern in Deutschland. Sondernummern wie 0180 oder 0900 sind häufig ausgenommen und werden zusätzlich berechnet. Lies die Leistungsbeschreibung deines Vertrags.

"Die Preisansage kostet Geld." Die Preisansage soll dich schützen. Zwischen Ansage und kostenpflichtiger Verbindung müssen laut Verbraucherzentrale drei Sekunden liegen, damit du auflegen kannst, bevor Kosten entstehen.

"Ich erkenne teure Nummern an der Länge." Das stimmt nicht. Entscheidend sind Vorwahl und Preisangabe. Die Länge verrät nichts über den Preis. Mehr Hintergrund bietet das Glossar zu Servicerufnummern und Mehrwertdiensten.

Wenn du dich getäuscht fühlst

Hat jemand keine Preise angegeben oder wurde keine Ansage abgespielt, kannst du dich bei der Bundesnetzagentur beschweren. Dafür gibt es getrennte Formulare für Preisanzeige und Preisansage. Füge der Beschwerde nach Möglichkeit einen vollständigen Einzelverbindungsnachweis, Screenshots der Werbung und eine kurze Schilderung bei. Die Bundesnetzagentur kann Warnungen aussprechen, Nummern abschalten, Abrechnungs- und Inkassoverbote verhängen und Bußgelder erlassen. Ansprüche auf Rückerstattung kann sie aber nicht für dich durchsetzen. Dafür sind die Verbraucherzentrale oder eine Rechtsberatung die richtigen Stellen.

Weitere Hilfen: Rufnummernmissbrauch melden und das Glossar zu Premium-Rate-Diensten.

Kurz zusammengefasst

  • 0800 ist für dich kostenlos, 0900 und 118 sind auf höchstens 3 Euro pro Minute begrenzt.
  • Ohne Preisansage oder Preisanzeige musst du in den geregelten Fällen nicht zahlen.
  • Im Zweifel: auflegen, Preis klären, Alternative suchen.

Häufige Fragen

Ist 0800 wirklich kostenlos?
Ja, Anrufe bei 0800-Nummern müssen für den Anrufer kostenlos sein, auch aus dem Mobilfunknetz.
Was darf ein Anruf bei 0900 höchstens kosten?
Höchstens 3 Euro pro Minute. Zeitunabhängige Dienste dürfen höchstens 30 Euro pro Verbindung kosten. Vor der Verbindung muss eine Preisansage erfolgen.
Muss ich zahlen, wenn der Preis nicht angesagt wurde?
Nach § 116 TKG musst du in den dort genannten Fällen nicht zahlen, zum Beispiel wenn eine vorgeschriebene Preisansage oder Preisanzeige fehlte. Reklamiere die Rechnung schriftlich.