Im Notfall zählt jede Sekunde, und niemand will erst nach der richtigen Nummer suchen. Die gute Nachricht: In ganz Europa gibt es eine einheitliche Notrufnummer. Dazu kommen nationale Nummern, die du für Reisen und Alltag kennen solltest.
Die 112 als europäische Notrufnummer
Die 112 ist die einheitliche europäische Notrufnummer. Sie funktioniert in allen EU-Staaten und in einigen weiteren Ländern. Du kannst sie vom Festnetz und vom Handy aus wählen, und sie ist kostenlos. Im Glossar steht mehr zur Euronotruf-Nummer 112. In der Schweiz und in Österreich führt die 112 ebenfalls zur Notrufzentrale. Nach Angaben österreichischer Behörden lässt sie sich auch mit gesperrtem Handy ohne PIN wählen. Auch eine Schweizer Informationsseite nennt sie ohne SIM-Karte und ohne Guthaben erreichbar.
Deutschland
- 110: Polizei, siehe Sondernummer 110
- 112: Feuerwehr und Rettungsdienst, siehe Sondernummer 112
- 116 117: ärztlicher Bereitschaftsdienst für nicht lebensbedrohliche Fälle, siehe 116117
Österreich
Die österreichische Bundesregierung listet auf oesterreich.gv.at die folgenden Hauptnummern auf:
| Nummer | Zuständig |
|---|---|
| 112 | Euro-Notruf |
| 122 | Feuerwehr |
| 128 | Gasgebrechen |
| 133 | Polizei |
| 140 | Bergrettung |
| 141 | Ärztenotdienst |
| 144 | Rettungsdienst |
| 147 | Notrufdienst für Kinder und Jugendliche |
Weitere österreichische Servicenummern wie 1450 (Gesundheitsberatung) oder 116 117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst) stehen ebenfalls auf der Seite. Wie du Österreich anrufst, erklärt der Ratgeber Telefonieren in Österreich.
Schweiz
Für die Schweiz nennt eine Schweizer Informationsseite folgende Nummern:
| Nummer | Zuständig |
|---|---|
| 112 | Europaweiter Notruf, Weiterleitung an die nächste Notrufzentrale |
| 117 | Polizei |
| 118 | Feuerwehr |
| 144 | Rettungsdienst |
| 145 | Toxikologisches Zentrum bei Vergiftungen |
| 147 | Beratung für Kinder und Jugendliche |
Hinweis: Die Nummer 118 bedeutet in Deutschland und Österreich etwas anderes, nämlich Auskunftsdienste. Die Feuerwehr erreichst du in der Schweiz unter 118, in Österreich unter 122 und in Deutschland unter 112. Mehr zur Schweiz: Telefonieren in der Schweiz.
So verhältst du dich im Notfall
- Ruhe bewahren: Wähle die 112 oder die passende nationale Nummer.
- Die W-Fragen beantworten: Wo ist es passiert? Was ist passiert? Wie viele Verletzte? Welche Art von Verletzungen? Warten auf Rückfragen.
- Standort nennen: Straße, Hausnummer, Ort, im Zweifel Landmarken oder Kilometerschilder.
- Nicht auflegen, bevor die Leitstelle das Gespräch beendet.
- Telefon freihalten: Die Leitstelle kann zurückrufen.
Kurze Hilfe für verschiedene Notlagen
Nicht jede Situation ist ein Notfall mit Lebensgefahr. Für kleinere gesundheitliche Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten gibt es in Deutschland und Österreich die 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Bei Vergiftungen sind in der Schweiz die 145 und in Österreich die Vergiftungszentrale mit eigener Rufnummer zuständig. Bei psychischen Krisen bietet in Österreich die 142 Telefonseelsorge. Die genannten Nummern stammen von den offiziellen Seiten oder Informationsseiten der Länder. Prüfe bei Reisen vorab, ob sich Nummern geändert haben.
Die 112 per SMS und App
In manchen Ländern ist der Notruf auch per SMS oder über eine Notruf-App möglich, etwa für Menschen mit Hör- oder Sprachbeeinträchtigung. Ob und wie das in deinem Reiseland funktioniert, unterscheidet sich stark. In Österreich nennt die offizielle Seite beispielsweise die Nummer 0800 133 133 für Polizeinotrufe per Fax oder SMS für gehörlose und hörbeeinträchtigte Personen. Informiere dich vor der Reise.
Unterschied zu den harmonisierten Nummern
Neben den Notrufen gibt es europaweit abgestimmte Nummern mit 116 am Anfang, zum Beispiel 116 000 für vermisste Kinder oder 116 123 für Lebenshilfe. Sie sind keine Notrufe, sondern Beratungs- und Hilfsdienste. Ob und in welchem Umfang sie in einem Land verfügbar sind, unterscheidet sich. Mehr dazu im Ratgeber Harmonisierte 116-Nummern.
Merkhilfe für die DACH-Region
Wer häufig zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz reist, kann sich zwei Regeln merken. Erstens: Die 112 führt in allen drei Ländern zu einer Notrufzentrale. Zweitens: Für Polizei, Feuerwehr und Rettung gelten national unterschiedliche Nummern. Eine kleine Tabelle auf dem Sperrbildschirm des Handys oder im Handschuhfach hilft, wenn es hektisch wird.
| Dienst | Deutschland | Österreich | Schweiz |
|---|---|---|---|
| Polizei | 110 | 133 | 117 |
| Feuerwehr | 112 | 122 | 118 |
| Rettungsdienst | 112 | 144 | 144 |
| Allgemeiner Notruf | 112 | 112 | 112 |
Die Angaben für Österreich stammen von oesterreich.gv.at, für die Schweiz von einer Schweizer Informationsseite, für Deutschland aus den allgemein bekannten Notrufnummern. Prüfe sie vor einer Reise noch einmal auf den amtlichen Seiten.
Notfall-Apps und Standortübermittlung
Ob dein Standort bei einem Notruf automatisch übermittelt wird, hängt vom Land, vom Netz und vom Gerät ab. Verlasse dich nicht darauf. Nenne deinen Standort immer selbst und möglichst genau. Moderne Smartphones bieten eine Notruf-Funktion und einen Gesundheitsausweis auf dem Sperrbildschirm, mit dem Ersthelfer wichtige Informationen sehen können. Richte beides ein, bevor du verreist.
Tipps für Reisen innerhalb Europas
- Speichere die 112 und die Notrufnummern des Reiselandes in deinem Handy.
- Prüfe vor der Reise, ob für dein Zielland weitere Nummern wichtig sind, etwa für Bergrettung.
- Wenn du sprachlich unsicher bist, nenne zuerst deinen Standort und das Wort "Hilfe" oder "Ambulanz". Viele Leitstellen bieten Englisch an. Verlasse dich aber nicht darauf.
- Nationale Nummern wie 110 oder 133 gelten nur im jeweiligen Land. Im Ausland ist die 112 die sichere Wahl.
Weitere Kurznummern erklärt das Glossar unter Notruf. Wenn du einen Notruf anonym absetzen willst, lies vorher den Ratgeber Rufnummer unterdrücken und denke daran, dass Rückfragen im Notfall wichtig sind.
Notruf bei Pannen und auf Autobahnen
Bei Autopannen ist nicht immer die 112 nötig. Der Pannendienst von Automobilclubs hat eigene Nummern, in Österreich zum Beispiel 120 (ÖAMTC) und 123 (ARBÖ) laut oesterreich.gv.at. Wenn auf der Autobahn jemand verletzt wurde oder Gefahr droht, wählst du die 112. Sichere zuerst die Unfallstelle mit Warnblinker und Warnweste und stelle dich hinter die Leitplanke.
Dolmetscher und Verständigung
Die Verständigung kann im Ausland schwierig sein. Wenn möglich, lass jemanden helfen, der die Landessprache spricht. Sage in jedem Fall klar, wo du bist, was passiert ist und wie viele Personen betroffen sind. Bleibe in der Leitung, bis die Leitstelle dir sagt, dass du auflegen kannst.
Ein letzter Tipp: Zeige auch Kindern, wie sie im Notfall die 112 wählen, und was sie sagen sollen: Name, Ort und was passiert ist. Übe das einmal in Ruhe, damit es im Ernstfall sitzt.
