Auf Visitenkarten, im Impressum und im Adressbuch tauchen Telefonnummern in vielen Schreibweisen auf: mit Klammern, Bindestrichen oder Schrägstrichen. Das sieht chaotisch aus und führt zu Fehlern. Mit klaren Regeln schreibst du Nummern lesbar und so, dass jeder sie sofort wählen kann.
Die zwei wichtigsten Formate
Für Deutschland gibt es zwei Formate, die du kennen solltest: das nationale und das internationale.
| Format | Beispiel (fiktiv) | Wann nutzen |
|---|---|---|
| National | 089 123456 | Für Leser im Inland |
| International | +49 89 123456 | Für Leser aus dem In- und Ausland, auf Webseiten und im Adressbuch |
| Mobil national | 0170 1234567 | Inland |
| Mobil international | +49 170 1234567 | Überall |
Das internationale Format folgt dem weltweiten Standard ITU-T E.164. Es besteht aus Pluszeichen, Ländervorwahl und nationaler Nummer ohne führende Null. Nach E.164 darf eine Nummer inklusive Ländervorwahl höchstens 15 Ziffern haben. Im Glossar steht mehr zu E.164 und zur internationalen Schreibweise.
Regeln für die Gliederung
Für die Schreibweise von Telefonnummern in Geschäftsdokumenten gibt es die DIN 5008. Mehr dazu steht im Glossar unter DIN 5008. Die gängigen Empfehlungen lauten:
- Gruppiere mit Leerzeichen, nicht mit Bindestrichen, Schrägstrichen oder Punkten.
- Trenne die Vorwahl von der Teilnehmernummer durch ein Leerzeichen.
- Klammern vermeiden: Schreibe nicht (089) 123456, sondern 089 123456.
- Durchwahl mit Bindestrich: Bei Firmennummern mit Zentrale und Durchwahl wird die Durchwahl häufig durch einen Bindestrich abgetrennt, etwa 089 123456-78. Mehr zur Durchwahl steht im Glossar.
- Pluszeichen statt 00 im internationalen Format.
Die genauen Formatvorgaben der Norm kannst du im Normtext nachlesen. Für den Alltag genügt: einheitlich, lesbar, mit Plus.
Fehler, die du vermeiden solltest
- Null nach +49 mitschreiben: +49 (0)89 123456 ist verbreitet, kann aber Automaten verwirren. Besser ist +49 89 123456, wenn die Nummer maschinell weiterverarbeitet wird.
- Zu viele Leerzeichen: Sie erschweren das Kopieren und Wählen.
- Gemischte Formate in einem Text: Entscheide dich für eine Variante.
- Rufnummern ohne Vorwahl: Auf Webseiten verloren, wenn Leser aus anderen Orten oder Ländern kommen.
- Buchstaben statt Ziffern (Vanity-Nummern): Zusätzlich zur Ziffernfolge angeben, weil Tasten nicht überall Buchstaben tragen.
Telefonnummern auf Webseiten und im Impressum
Auf Webseiten empfiehlt sich ein Klick-zu-Anruf-Link, damit Besucher auf dem Smartphone direkt wählen können. Der Link verwendet die Nummer ohne Leerzeichen im internationalen Format. Der sichtbare Text darf dagegen mit Leerzeichen gegliedert sein. Der Link beginnt mit dem Schema tel: gefolgt von der Nummer, zum Beispiel +4989123456 (fiktive Nummer). Achte darauf, dass im Impressum eine Nummer steht, unter der du erreichbar bist. Kontaktangaben für den Lebenslauf: Telefonnummer im Lebenslauf und auf der Website.
Beispiele für typische Fälle
| Fall | Schreibweise (fiktiv) |
|---|---|
| Festnetz mit Zentrale und Durchwahl | +49 89 123456-78 |
| Handy | +49 170 1234567 |
| Österreich | +43 1 1234567 |
| Schweiz | +41 44 123 45 67 |
| Servicenummer | 0800 1234567 |
Unterschiede in Österreich und der Schweiz
In Österreich und der Schweiz gelten dieselben Grundsätze: Plus, Ländervorwahl, Nummer ohne führende Null. Üblich sind dort teilweise andere Gruppierungen. In der Schweiz werden Nummern häufig als 044 123 45 67 geschrieben, in Österreich oft mit Bindestrich für die Durchwahl. Wenn du Kontakte aus diesen Ländern speicherst, übernimm die internationale Variante. Mehr Details findest du in den Ratgebern Telefonieren in Österreich und Telefonieren in der Schweiz.
Schritt für Schritt: Eine Nummer ins internationale Format bringen
- Nationale Nummer aufschreiben, zum Beispiel 0221 123456 (fiktiv).
- Führende Null der Vorwahl streichen: 221 123456.
- Pluszeichen und Ländervorwahl voranstellen: +49 221 123456.
- Leerzeichen zwischen Vorwahl und Rufnummer setzen.
- Auf Webseiten zusätzlich einen tel:-Link ohne Leerzeichen anlegen.
Besondere Nummernarten
Sonderrufnummern wie 0800 oder 0180 schreibst du nur im nationalen Format, weil sie im Ausland oft nicht funktionieren. Gib bei Firmen, die im Ausland erreichbar sein wollen, zusätzlich eine normale Ortsnummer im internationalen Format an. Kurzwahlnummern wie 116 117 schreibst du mit Leerzeichen nach der dritten Ziffer, um die Lesbarkeit zu verbessern. Notrufnummern wie 110 und 112 schreibst du ohne Zusätze.
Vorsicht bei Datenschutz
Veröffentliche Privatnummern nur, wenn du das willst. Für das Impressum einer Webseite brauchst du eine Kontaktmöglichkeit, aber nicht zwingend deine private Handynummer. Welche Angaben für dich gelten, hängt von deiner Tätigkeit ab. Frag im Zweifel eine fachkundige Stelle.
Nummern im Adressbuch
Im Smartphone-Adressbuch speicherst du Nummern am besten immer im internationalen Format. Dann funktioniert der Anruf aus dem Inland und aus dem Ausland ohne Änderung. Wenn du Kontakte zwischen Geräten importierst, gleichen Programme die Formate oft automatisch an, trotzdem lohnt eine Stichprobe. Wie du aus dem Ausland anrufst, steht im Ratgeber Aus dem Ausland nach Deutschland anrufen.
Einheitlich schreiben im Unternehmen
Wenn mehrere Personen Texte schreiben, entstehen schnell verschiedene Formate. Lege deshalb eine einfache Hausregel fest und halte sie in einer kurzen Vorlage fest. Eine sinnvolle Regel lautet: Auf Webseiten und in E-Mails immer das internationale Format, auf gedruckten Unterlagen für den Inlandsgebrauch das nationale Format. Die Zentrale mit Durchwahl schreibst du so, dass auch Leser ohne Vorkenntnisse verstehen, was zur Hauptnummer und was zur Durchwahl gehört.
Mustervorlage für den Briefkopf (fiktive Daten)
- Telefon: +49 89 123456-0
- Direkt: +49 89 123456-78
- Mobil: +49 170 1234567
- Fax: +49 89 123456-99
Qualitätscheck für Kontaktseiten
- Sind alle Nummern im selben Format geschrieben?
- Funktioniert der Klick auf dem Smartphone?
- Stimmen Ländervorwahl und Ortsvorwahl?
- Gibt es eine Nummer, die auch aus dem Ausland erreichbar ist?
- Sind Sondernummern mit Preisangabe versehen? Siehe Kosten von Sondernummern.
Mit diesen Punkten vermeidest du Rückfragen und Fehlanrufe, und deine Kontaktdaten wirken professionell.
Vanity-Nummern und Eselsbrücken
Manche Unternehmen werben mit Nummern, die sich leicht merken lassen, etwa mit Wiederholungen oder Wörtern, die man aus Tastenbuchstaben bildet. Schreibe in solchen Fällen immer die Ziffernfolge dazu. Nicht jedes Telefon zeigt Buchstaben auf den Tasten, und Smartphones tippen Ziffern. Außerdem sollte die Nummer in Anzeigen so gruppiert sein, dass man sie sich in zwei bis drei Blöcken merken kann.
Textmeldungen und Barrierefreiheit
Für Menschen mit Sehschwäche, die Texte vorlesen lassen, ist eine Nummer mit Leerzeichen besser verständlich als eine lange Ziffernfolge. Das Vorlesegerät liest dann kleine Gruppen statt einer riesigen Zahl. Das spricht ebenfalls für die Gliederung mit Leerzeichen.
