Die Preselection, amtlich Betreibervorauswahl, war eine dauerhaft eingerichtete Voreinstellung im Festnetz. Der Kunde legte einmalig fest, dass bestimmte Verbindungsarten, etwa Ferngespräche oder Auslandsrufe, automatisch über einen anderen Anbieter als den Anschlussbetreiber laufen. Eine Vorwahl musste er dafür nicht mehr wählen.
Technischer Hintergrund
Grundlage war dieselbe Betreiberkennzahl (010xy) wie bei Call-by-Call. Beim Einrichten wurde diese Kennzahl im Netz des Teilnehmernetzbetreibers hinterlegt. Sie wurde dann bei jedem passenden Anruf automatisch vorangestellt, ohne dass der Anrufer es bemerkte.
Unterschied zu Call-by-Call
| Merkmal | Call-by-Call | Preselection |
|---|---|---|
| Wahl des Anbieters | pro Gespräch | dauerhaft voreingestellt |
| Eingabe | Kennzahl vor jeder Nummer | keine zusätzliche Eingabe |
| Vertragsbezug | meist ohne eigenen Vertrag | Vertrag mit dem gewählten Anbieter |
Im Alltag konnte man beide Verfahren kombinieren: Die Preselection galt als Standard, mit einer Kennzahl vor der Nummer wählte man für einzelne Gespräche trotzdem einen anderen Anbieter.
Aktueller Stand
Die Bundesnetzagentur nennt als Endtermin für Betreiberauswahl und Betreibervorauswahl den 31. Dezember 2024. Die Kennzahlen wurden zurückgegeben, und der Nummernplan dafür wurde im Oktober 2025 aufgehoben. Wer in älteren Verträgen oder Telefonanlagen noch eine Preselection findet, hat es mit einer technisch überholten Einstellung zu tun.
Moderne All-IP-Anschlüsse kennen dieses Prinzip ohnehin nicht mehr: Die Verbindung läuft über den Anbieter, bei dem Dein Anschluss liegt (All-IP).
Warum das Verfahren verschwand
Mit Flatrates für Festnetz und Mobilfunk lohnte sich der Anbieterwechsel für einzelne Gesprächsarten kaum noch. Hinzu kam die Umstellung der Netze auf IP-Technik. Heute bestimmt allein Dein Vertrag, über welchen Anbieter Deine Anrufe laufen.
