Die ITU (International Telecommunication Union, deutsch Internationale Fernmeldeunion) ist die Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Informations- und Kommunikationstechnologien. Sie hat ihren Sitz in Genf, zählt 194 Mitgliedstaaten sowie über 1000 Unternehmen, Hochschulen und Organisationen und gilt als die älteste Organisation der UN-Familie.
Was die ITU für Telefonnummern leistet
Die ITU entwickelt technische Standards, damit Netze weltweit zusammenarbeiten. Für Rufnummern ist der Normungssektor ITU-T maßgeblich. Er verwaltet den weltweiten Rufnummernraum: Die Empfehlung E.164 legt fest, wie internationale Rufnummern aufgebaut sind, und ordnet jedem Land eine Ländervorwahl zu.
- Die Welt ist in neun Weltnummerierungszonen eingeteilt.
- Jedes Land oder jeder Nummernraum bekommt eine Länderkennzahl, etwa +49 für Deutschland.
- Die nationale Ausgestaltung (Ortsvorwahlen, Sondernummern) bleibt Sache der Länder.
Zusammenspiel mit den nationalen Behörden
Die ITU vergibt keine einzelnen Telefonnummern an Endkunden. Sie legt den internationalen Rahmen fest, innerhalb dessen nationale Stellen arbeiten, in Deutschland die Bundesnetzagentur, in Österreich die RTR, in der Schweiz das BAKOM. So bleibt sichergestellt, dass +49 immer nach Deutschland führt und nicht mit der Vorwahl eines anderen Landes kollidiert.
Beispiel
Eine Münchner Nummer lautet in internationaler Schreibweise +49 89 …: Die 49 stammt aus dem ITU-Standard, die 89 aus dem deutschen Nummernplan. Eine Übersicht aller Länder findest Du unter Ländervorwahlen.
Weitere Standards
Neben E.164 gibt die ITU weitere Empfehlungen zur Schreibweise (E.123) und zu Telefonnetzen heraus. Sie bilden die Grundlage dafür, dass Rufnummern weltweit gleich interpretiert werden.
Warum das für Dich relevant ist
Jedes Mal, wenn Du eine Auslandsnummer mit Plus wählst, nutzt Du den Rahmen, den die ITU gesetzt hat. Deshalb funktionieren internationale Anrufe mit demselben Schema auf der ganzen Welt.
