Ein Ferngespräch ist ein Telefongespräch, das aus dem eigenen Ortsnetz in ein anderes Ortsnetz führt. Um es aufzubauen, wählst Du die Verkehrsausscheidungsziffer 0, die Ortsnetzkennzahl des Ziels und danach die Rufnummer. Wer aus Frankfurt eine Nummer in München anruft, wählt also 089 und die Teilnehmernummer.
Abgrenzung zum Ortsgespräch
Das Gegenstück ist das Ortsgespräch: Hier liegen Anrufer und Angerufener im selben Ortsnetzbereich, und die Vorwahl lässt sich je nach Anschluss weglassen. Früher richtete sich der Preis nach dieser Unterscheidung. Ortsgespräche waren günstiger, Ferngespräche staffelten sich nach Entfernung und Tageszeit.
Warum der Begriff an Bedeutung verloren hat
Mit Telefon-Flatrates für das deutsche Festnetz spielt die Entfernung für die meisten Haushalte heute keine Rolle mehr. Auch bei Mobilfunk-Tarifen zählt in der Regel die Zielnummer und nicht die Strecke. Der Begriff taucht deshalb vor allem noch in älteren Vertragsunterlagen, Telefonanlagen-Einstellungen und in Lexika auf.
In der Technik ist die Trennung dagegen weiter sichtbar. Telefonanlagen und Router unterscheiden Orts-, Fern-, Mobil- und Auslandsrufe, um Amtsholung, Berechtigungen und Sperren zu steuern. Wer etwa in der Anlage nur „Ortsgespräche“ erlaubt, sperrt damit alle Rufe, die eine andere Ortsnetzkennzahl tragen.
Ferngespräch in Österreich und der Schweiz
Auch in Österreich und der Schweiz gibt es Ortsnetzkennzahlen. In der Schweiz wählt man inzwischen auch innerhalb desselben Ortsnetzes die vollständige Nummer mit Vorwahl, sodass die Unterscheidung beim Wählen praktisch entfällt. Welche Vorwahl zu welchem Ort gehört, findest Du im jeweiligen Vorwahlverzeichnis.
Kurz zusammengefasst
- Ferngespräch = Anruf in ein anderes Ortsnetz, Wahl mit Ortsnetzkennzahl
- Ortsgespräch = Anruf innerhalb desselben Ortsnetzes
- Ein Auslandsgespräch ist kein Ferngespräch im engeren Sinn, sondern läuft über die Ländervorwahl
