SIP (Session Initiation Protocol) ist ein Signalisierungsprotokoll der Internet Engineering Task Force (IETF), beschrieben in RFC 3261. Es sorgt dafür, dass bei Internettelefonie Verbindungen aufgebaut, verändert und beendet werden. Die Sprache selbst wird anschließend mit einem anderen Protokoll übertragen.
Was SIP tut
- Teilnehmer und Geräte registrieren sich beim SIP-Server.
- Bei einem Anruf wird die Zieladresse (eine Rufnummer oder SIP-Adresse) angefragt.
- Beide Seiten einigen sich auf Codecs und Parameter.
- Am Ende wird die Verbindung beendet.
SIP-Adressen und Rufnummern
SIP-Teilnehmer können über Adressen der Form benutzer@domain erreichbar sein. Für Anrufe aus dem klassischen Telefonnetz benötigt man zusätzlich eine Rufnummer nach E.164. Anbieter ordnen die Rufnummer einem SIP-Konto zu.
SIP-Trunk
Ein SIP-Trunk ist eine Bündelung von Sprachkanälen für eine Telefonanlage. Er ersetzt den früheren ISDN-Anlagenanschluss und erlaubt Durchwahlen sowie mehrere gleichzeitige Gespräche.
Abgrenzung zu VoIP
VoIP ist der Oberbegriff für Telefonie über IP. SIP ist ein Protokoll, das dafür genutzt wird. Andere Verfahren existieren, SIP ist aber im Festnetz-Umfeld am weitesten verbreitet. Im Zuge von All-IP ersetzt es die alte Technik.
Standardmäßig nutzt SIP den Port 5060, verschlüsselt (TLS) den Port 5061.
Wo Du SIP begegnest
SIP steckt in Routern, Telefonanlagen, Softphones und vielen Business-Anschlüssen. Als Endnutzer musst Du das Protokoll nicht kennen. Wenn Du allerdings ein eigenes IP-Telefon einrichtest, brauchst Du die SIP-Zugangsdaten Deines Anbieters: Benutzername, Passwort und Server.
Sicherheit
Offene SIP-Zugänge werden im Internet häufig von Angreifern ausprobiert. Verwende deshalb starke Passwörter, aktuelle Firmware und, wenn möglich, Verschlüsselung. Missbrauch eines SIP-Kontos kann zu hohen Verbindungskosten führen, etwa durch Anrufe zu teuren Auslandsnummern. Lege bei Deinem Anbieter bei Bedarf Kostenlimits und Zielsperren fest.
